Fahrzeugvorstellung
Caterham 1.4l Roadsport
Die Geschichte von Caterham ist eng mit der Geschichte von Lotus verknüpft. Der erste Seven entstand 1957 als Nachfolgemodell des Lotus Mk. VI. Man erzählt sich, daß Colin Chapman, der Firmengründer von Lotus, den Seven an einem Wochenende gezeichnet hat.
Gemäß seinem Motto „simplify, then add lightness“ ist der Lotus Seven mehr ein Rennwagen für die Strasse als ein Auto.
Zu der Zeit gab es jede Menge Rennserien in England und der Lotus Seven diente sowohl für den Einsatz auf der Rennstrecke, als auch als Roadster für die Straße. 1973 verlor Chapman das Interesse am Lotus Seven und stoppte die Produktion. Jetzt kommt Graham Nearn aus Caterham ins Spiel. Er war der erfolgreichste Verkäufer von Seven Autos in England. Er einigte sich mit Colin Chapman darauf die Rechte zum Weiterbau des Seven, alle restlichen Teile und die Werkzeuge von Lotus zu erwerben. Seither wird der Seven bis heute als Caterham Seven produziert und verkauft.
Unser Kleiner, wie wir den Seven liebevoll nennen, ist ein Caterham Roadsport mit einem 1.4l Motor von Rover, Baujahr 1994. Dieser Motor war der erste Einspritzer den Caterham einbaute. Parallel wurden weiterhin auch Vergasermotoren angeboten. Es war schon immer möglich seinen Seven sehr individuell auszustatten. Bis heute kann man ihn sogar als Bausatz kaufen.
Die Konstruktion orientiert sich an reinen Rennwagen: ein Gitterrohrrahmen mit Aluminium beplankt, GfK Kotflügel, vorne doppelte Dreickslenker, hinten eine DeDion Achse. Roadsport ist die Variante, die eher für die Strasse gedacht ist, daher hat unser Kleiner ein 5- Gang Getriebe (von Ford) und 14 Zoll Leichtmetallfelgen. Ganz wichtig für uns ist ein kleiner Gepäckträger, der am Reserverad befestigt ist. Insgesamt bringt der Seven ca. 550 kg auf die Waage. Mit einer Leistung von nur 110 PS ist man trotzdem schon recht zügig unterwegs.
Das Fahrgefühl im Seven ist einmalig. Es ist laut, hart und windig. Das gilt zumindest, wenn man wie wir, meist ohne Türen und ohne Dach fährt. Man sitzt sehr eng und tief. Deshalb kann man mit den Fingern die Straße berühren. Man hört die Mechanik und ist fast ungeschützt Wind und Wetter ausgesetzt.
Eine Geschwindigkeit von 80 km/h auf der Landstrasse fühlt sich an wie 150. Das geringe Gewicht ermöglicht es, Kurven sehr zügig zu durchfahren. Eigentlich muss man fast nie bremsen! Eine längere Fahrt auf der Autobahn macht definitiv keinen Spaß.
Trotzdem machen wir auch längere Touren mit dem Kleinen. Dann wird einfach ein kleiner Koffer mit dem Nötigsten für ein paar Tage mit Gurten auf dem Gepäckträger befestigt. Meist fahren wir bei längeren Reisen nicht weiter als 250 bis 300 km am Tag. Und nach 150 km braucht es eine Kaffee- und Aufstehpause. So wird schon die Hin- und Rückreise zum Ziel ein Bestandteil der Tour.
Der Kleine ist seit 2014 in unserem Besitz. 2024 bekam er dann endlich sein H-Kennzeichen. Gleichzeitig haben wir einen FIVA Pass für den Kleinen machen lassen, der die Originalität und die Geschichte des Seven dokumentiert. Die FIVA (Federation Internationale des Vehicules Anciennes) ist die weltweite Organisation für historische Fahrzeuge. Damit gilt unser Kleiner tatsächlich als historisches Kulturgut.
Sabine und Thomas
